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By Johannes D. Schütte

In Deutschland setzt sich die soziale Exklusion über Generationen hinweg fortress, dies gilt gerade auch im Bildungs- und Gesundheitsbereich. Da dieser Prozess nicht auf die genetischen Anlagen rückführbar ist, muss davon ausgegangen werden, dass der sozioökonomische prestige in der Bundesrepublik „sozial vererbt“ wird. Über die Zusammenführung der theoretischen Ansätze von Pierre F. Bourdieu und Hartmut Esser wird es nicht nur möglich, den Dualismus zwischen Autonomie und Heteronomie zu überwinden, sondern auch die wirkenden Selektionsmechanismen zu beschreiben. Aus dieser examine ergeben sich neue Perspektiven für eine Habitusmodifikation und damit ebenfalls Ansatzpunkte für die Förderung besonders benachteiligter Personen (active inclusion). Dass ein gesellschaftlicher Aufstieg in Deutschland nicht für alle gleichermaßen möglich ist, obwohl eine vergleichsweise große Summe in das deutsche Wohlfahrtssystem investiert wird, ist nach den Befunden dieser Untersuchung in erster Linie darin begründet, dass das Fördersystem insgesamt weniger auf soziale Inklusion als auf die Konservierung des gesellschaftlichen establishment ausgerichtet ist.

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Im Zug der Zeit: Verkürzter Aufenthalt in der Gegenwart

In einer dynamischen Zivilisation erhöht sich in Wissenschaft und Technik, in Wirtschaft und Kunst die Neuerungsrate. Die Zeitdauer konstanter Arbeits- und Lebensverhältnisse nimmt ab, der Aufenthalt in der Gegenwart verkürzt sich. Zeit wird knapp und organisationsbedürftig. Hermann Lübbe beschreibt und analysiert die kulturellen, wirtschaftlichen und zeitumgangstechnischen Folgen dieser "Gegenwartsschrumpfung" und zeichnet ein umfassendes landscape der Zeit-Verfassung unserer modernen Kultur.

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1 Zusammenhang zwischen Gesellschaftsstruktur und individuellem Handeln 35 dass er das Menschenbild des homo oeconomicus teilt. Mit der Annahme, dass die Verhältnisse" von der neuen Generation modifiziert" (Marx 2002, S. 368) werden können, verbindet Marx die oben beschriebenen Gegensätze zwischen Autonomie und Heteronomie, indem er von einer Prägung des Individuums durch die gesellschaftlichen Strukturen ausgeht, welche allerdings durch die kollektiv veränderbare geschichtliche Entwicklung konstituiert wird.

26ft). Aufgrund der besonderen Eigenschaften des symbolischen Kapitals bezeichnet Bourdieu diese Art von Kapital auch oft als das "verneinte Kapital" (Bourdieu 1999, S. 215). An verschiedenen Stellen erwähnt Bourdieu noch weitere Kapitalarten, die er allerdings nicht systematisch entwickelt. Zu nennen ist hier neben dem religiösen auch das körperliche Kapital. Als Beispiele für diese Kapitalart f"ührt er Kraft, Schönheit, aber auch Gesundheit an. In Bezug auf diese anderen Kapitalarten muss aber festgestellt werden, dass er sie eher beiläufig in den verschiedenen Kontexten einzelner Analysen verwendet und nicht in die Gesamtstruktur 46 2.

Weber wirft Marx vor, in diesem Punkt unwissenschaftlich zu argumentieren: .. " (Weber 1972, S. 533) Weber beschreibt die Struktur einer Gesellschaft und das soziale Handeln der Individuen ausschließlich zusammenhängend. Er wehrt sich gegen den Begriff der "Gesellschaft" und wählt hingegen den prozesshafteren Begriff der "Vergesellschaftung" (Weber 1972, S. 532), der das Handeln der Individuen mit einbezieht. " (Weber 1972, S. 1) Eine der wichtigsten Fragen, mit der sich Weber in seinen soziologischen Forschungen beschäftigte, ist, inwieweit die von ihm ausgemachte rationale puritanische Lebensführung der Menschen im Okzident einen Einfluss auf die Ausbreitnng eines kapitalistischen Wirtschaftssystems hatte (vgl.

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